Fachforum: AG “Lass dich nicht abspeisen – von Verweigerung zu Mitbestimmung!”

29 Jan 2018 no comments Nils Brabandt Categories Allgemein

Ziel des Workshops war es, den Teilnehmenden ein Verständnis für Partizipation zu vermitteln und sie für Abstufungen und Umsetzungsmöglichkeiten zu sensibilisieren. Zusätzlich sollten direkt konkrete Projektideen entwickelt werden, wie die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Schüler*innen zum Thema Schulessen verbessert werden könnten.

Nach einer kurzen Vorstellung der Seminarleitung und der Workshopteilnehmenden bekamen die Teilnehmenden einen kurzen Input zum Thema Partizipation: Was ist Partizipation eigentlich? Warum ist es so wichtig in unserer heutigen Gesellschaft und vor allem in der Schule? Welche Abstufungen von Partizipation gibt es und wie kann Partizipation letztendlich umgesetzt werden und worauf ist dabei zu achten.
Zwischendurch gab es immer wieder Raum für Fragen, Anmerkungen, Kritik und Austausch.

Anschließend gab es einen direkten Übergang in die Projektphase. Die Teilnehmenden sind drei Phasen durchlaufen, in denen sie eine Analyse der aktuellen Situation bezüglich des Schulessen vollführt haben und daraus Lösungsvorschläge und Projektideen entwickelt haben. Konkret wurden ihnen folgende Fragen gestellt:

Welche Mitbestimmungsmöglichkeiten bezüglich des Essens in der Schule gibt es aktuell? Werden diese genutzt? Warum ist die Situation so wie sie ist?

Dabei wurde von den Teilnehmenden herausgearbeitet, dass Gremien in der Schule und die Schulkonferenz als schon bestehende Mitbestimmungsmöglichkeiten genutzt werden. An manchen Schulen gibt es sogar eine Essenskommission und einen Kinderrat, welche ebenfalls strukturelle Mitbestimmungsebenen für Schüler/-innen schaffen. Zusätzlich werden Meinungsumfragen zum Essen durchgeführt.

Als Schwachstellen wurden zum einen der Zeitpunkt und die Pausenzeiten des Essens benannt und zum anderen wurde die Organisation der Auswahl des Essens kritisiert.

Als Reaktion auf die Fragen: “Wie kann dies geändert / verbessert werden? Was möchte ich, dass sich ändert? Welche Partizipationsstufen & -möglichkeiten möchte ich schaffen?” wurden folgende Projektvorschläge von Teilnehmenden erarbeitet:

Es sollte einen regelmäßigen Austausch mit den Caterern geben, bei dem auch zusätzlich eine Rückmeldungsstruktur geschaffen werden soll, sodass die Schüler/-innen wissen, was mit ihren Beschwerden passiert. Dies kann zum Beispiel über das Schwarze Brett passieren.

Es können Qualitätsdetektive an der Schule etabliert werden. Diese sind Schüler/-innen, die nach bestimmten Kriterien das Schulessen bewerten und so strukturiert Rückmeldung geben können.

So wird eine Mitbestimmungsstruktur für Schüler/-innen geschaffen, die Spaß macht, motiviert, an der sie wachsen können und die zusätzlich Transparenz schafft.

Des Weiteren wurde vorgeschlagen, eine Kinderküche bzw. eine Koch-AG einzuführen, die Rezepte der Eltern / Lieblingsgerichte der Schüler/-innen kocht.

Um das ganze so konkret wie möglich zu machen und direkt Veränderungen zu schaffen, wurde den Teilnehmenden zuletzt diese Fragen gestellt: “Wie kann ich das erreichen? Wer setzt es um? Wer kann unterstützen?”

Es wurden Kontakte für finanzielle Unterstützung geknüpft, Pläne erstellt mit dem Schulleiter zu reden und weitere Unterstützer*innen an der Schule zu gewinnen, wie zum Beispiel die Sozialarbeiter*innen. Einige Teilnehmende waren glücklicherweise selbst in der Position die Projekte direkt an ihrer Institution zu etablieren.