Nachbericht „Dialog einbrocken, Qualität auslöffeln“

29 Jan 2018 no comments Nils Brabandt Categories Allgemein

Ergebnisse der Arbeitsgruppen:
AG “Lass dich nicht abspeisen – von Verweigerung zu Mitbestimmung!“
AG „Allerlei statt Einheitsbrei!- Dialog über den Tellerrand hinaus“
AG „Nicht nur den Mund vollnehmen, auch Veränderungen wagen!“
AG „Die Küche im Dorf lassen – Gesund essen, lokal agieren“

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Wie viel Kilo Zucker verbraucht ein*e Deutsche*r pro Jahr? Dieses kleine Rätsel stellte Christian Schulze den Teilnehmenden des Fachforums „Dialog einbrocken, Qualität auslöffeln“. Für die richtige Antwort – 40 Kilogramm – gab es ein Bund Möhren vom Fachbereichsleiter Gesundheit des Landkreises Oberhavel überreicht.

Dr. Thomas Drescher, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und Schirmherr Björn Lüttmann, eröffneten das Fachforum am 29. November 2017 in Oranienburg.

In kurzen Inputreferaten stellte Anna Daniela Stutz vom Zahnärztlichen Dienst Oberhavel den zuckerfreien Vormittag als eine praxisorientierte Variante gesunder Ernährung in Schule vor. Dass der menschliche Körper in 20 Tagen nur achtmal Fleisch benötigt und die DGE Standards eine Pausenzeit von 60 Minuten vorgeben, daran erinnerte Maren Daenzer-Wiedmer von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg.

Dass die Realität auch im Landkreis Oberhavel anders aussieht, wurde während der Mittagspause deutlich. Nach 15, 20 und 30 Minuten wurden alle Teilnehmenden erinnert, dass an einigen Schulen in Oberhavel die Pause schon vorbei sei und es nun weiter im Programm gehen müsste.

Auch Dorothea Prossel von der Stiftung SPI berichtete aus der Realität an Schule: „Wir sind teilweise froh, wenn es überhaupt eine Brotbüchse im Schulranzen gibt“. In dem Projekt Lernwerkstatt „Kopfstütze“ kocht sie zusammen mit Jugendlichen und erzählte, das längst nicht alle Kids nur Burger wollen und appellierte an die Teilnehmenden stets zu hinterfragen: Was ist uns gesunde Schulverpflegung wert.

Weitere Einblicke aus der praktischen Arbeit zeigten Heike von Leupoldt von der Waldschule Oranienburg und Grit Raap von der Regenbogen-Förderschule Hennigsdorf. Letztere berichtete von der Gestaltungskunst ihrer Schüler*innen. Diese hatten aus Brot, Karotten und Paprika Gesichter gestaltet – den Feinschliff gab die Petersilie für die Augenbrauen.
Begleitet wurde der Fachtag von den Improvisionären, die mit Hilfe von Zurufen und Sätzen der Teilnehmenden Szenen aus dem ganz alltäglichen Wahnsinn des Mensa- und Schulalltags nachstellten.